Senkrecht-Start in die Selbständigkeit

Satoshi Sugimoto erhielt bei der Gründung seines Startups wertvolle Tipps vom Business Parc.

Satoshi Sugimoto geht unbeirrt seinen Weg. Der langjährige mehrfach ausgezeichnete Mediensprecher und Verantwortliche für die externe Kommunikation bei Novartis Schweiz wollte noch nicht in Frühpension gehen. Stattdessen vollzog er letzten September konsequent die Gründung der Sugimoto Partners GmbH mit Sitz in Therwil. Bei der Ausarbeitung seines Geschäftsmodells und Businessplans beriet ihn Gaudenz von Capeller, Geschäftsführer beim Business Parc. Sein Angebot fokussiert der PR-Profi u.a. auf Issue- und Krisen-Kommunikation sowie Media Relations.

Satoshi Sugimoto wirkt ruhig und bedacht. Er agiert von Berufes wegen eher im Hintergrund. Doch der ehemalige Sprecher und Senior-Kommunikationsberater von Novartis Schweiz ist kein «unbeschriebenes Blatt».
Für seinen Arbeitgeber gab er in den Medien so manches Statement ab und wurde dafür mehrfach ausgezeichnet. «Neben Medienarbeit habe ich Transformationsprozesse begleitet, Issues – und wenn es brannte – Krisen aus kommunikativer Perspektive gemanagt und dabei eng mit Geschäftsleitungen und CEOs zusammengearbeitet», beschreibt Satoshi Sugimoto seine spannenden und verantwortungsvollen Aufgaben von damals.

Zu jung für Gartenarbeit daheim

Vor einem Jahr sollte der knapp 60-Jährige infolge einer Restrukturierung in Frührente gehen: «Ich war noch zu jung für ausschliessliche Gartenarbeit daheim», schmunzelt er. Stattdessen fühlt sich der umtriebige PR-Profi zum Unternehmertum berufen – mit über 30 Jahren Berufserfahrung beim Pharma-Konzern und einem grossen Netzwerk im Rucksack.

Den Schritt in die Selbständigkeit will er wie seine Arbeit in Festanstellung systematisch angehen. In Therwil wohnhaft, googelt er zuerst nach Beratungsmöglichkeiten für Firmengründungen im Baselland und stösst auf das vom Kanton geförderte kostenlose Coaching beim Business Parc in Reinach.

Marktlücken checken

Geschäftsführer Gaudenz von Capeller checkt mit ihm die Angebote von Kommunikations-Agenturen in der Region Basel. Wo gibt es noch Marktlücken?  Der erfahrene Coach greift dabei auf ein Businessplan-Template und macht mit ihm zuerst eine Marktanalyse. Diese bestätigt, was Satoshi Sugimoto schon ahnt: «In der Krisen-Kommunikation führen manche Unternehmen hierzulande noch ein Mauerblümchen-Dasein. Zudem gibt es in der Kommunikationsberatung nur wenige Insider mit einer derart langjährigen Erfahrung im Life-Science-Bereich.» Hier liegen seine Stärken. Auf die Bereiche «strategische, Issue- und Krisen-Kommunikation sowie Media Relations» will er weiterhin seine Leistungen fokussieren.

Sein Coach – selbst Unternehmer und Finanzexperte – kennt sich «zum Glück» auch in der Life-Science-Szene aus. Gemeinsam schauen sie die Pricing-Struktur an. Ein grosser Vorteil: «Als One-Man-Show muss ich keine Mitarbeiterlöhne bezahlen, zudem sind mit meinem Büro daheim die Fixkosten niedrig.»

Also kann er seinen grossen Erfahrungsschatz künftig nicht nur Grossunternehmen, sondern auch KMU und Startups zu kompetitiven Preisen anbieten.

Learnings von ehemaligen Vorgesetzten

Doch zuerst will Satoshi Sugimoto sichergehen, dass er mit seinem Angebot überhaupt richtig liegt. Er trifft sich mit ehemaligen Vorgesetzten, die bereits selbständig sind und ihm ihre «Learnings» schildern. Auch besucht er Biotech-Startups, um deren Bedürfnisse zu eruieren. «Was sind diese bereit, für meine Leistungen zu bezahlen?» Mit seinen Recherchen fühlt er sich endgültig in seinem Ansatz bestärkt und gewinnt da schon erste Kunden.

Wertvolle Tipps vom Sparring-Partner

Im September 2025 gründet er die Sugimoto Partners GmbH mit Sitz in Therwil. Der Ökonom weiss in betriebswirtschaftlichen Dingen zwar Bescheid, schätzt aber auch hier die Unterstützung durch Gaudenz von Capeller: «Ein guter Sparring-Partner, der mir speditiv wertvolle Tipps zu den administrativen Belangen rund um die Gründung vermittelt.»

Als Co-Präsident der Nordwestschweizerischen Public Relations-Gesellschaft (NPRG) nutzt Satoshi Sugimoto für die Kundengewinnung auch hier sein grosses Netzwerk und setzt gekonnt seine eigene PR-Maschinerie in Gang.

Grosse Wahrnehmung über LinkedIn

So überlegt er sich, wie er über LinkedIn mit System eine noch grössere Wahrnehmung erreicht und generiert dazu einen News-Flow. Sein Konto umfasst bereits mehrere Tausend Follower, als er ein Nostalgiebild aus seiner Anfangszeit bei Ciba-Geigy Japan im Tokio-Office publiziert.

Später zeigt er sich in den Social Media bei der Preisverleihung als «Mediensprecher des Jahres» in der Kategorie Pharma-/Chemie mit Bundesrat Albert Rösti. Für diese beiden Posts erntet er mehrere Hundert Likes und viele Kommentare.

«Mit dem Einsatz von Personal Branding möchte ich keine Nabelshow betreiben, sondern nutze die Chance, mögliche Stakeholder transparent über mein Angebot zu informieren».

So erzielt er auch mit der Ankündigung seiner Selbständigkeit eine äusserst breite Resonanz. «Sobald in der Unternehmens-Szene bekannt war, dass ich auf dem Markt bin, meldeten sich erste grosse potenzielle Kunden».

Volle Auftragsbücher

Heute hat er bereits volle Auftragsbücher. Darunter befinden sich einige Mandate ehemaliger KollegInnen und MitarbeiterInnen von Novartis, die inzwischen woanders angestellt sind und wieder mit ihm zusammenarbeiten möchten.

Der Start ist ihm mehr als geglückt. «Es lief besser, als ich erwartet habe», freut er sich. Ursprünglich wollte sich Satoshi Sugimoto auf den Biotech-Sektor konzentrieren, dort mehrere Hundert Firmen über Events und gezielt telefonisch angehen. «Dass dabei etliche Kontaktversuche im Sand verlaufen, muss man als Unternehmer verkraften.» Selbst auf den eigenen «Worst Case» ist er als Krisen-Experte mit Szenarien stets vorbereitet.

«Das Beste, was mir passieren konnte»

Und welches ist der Unterschied zur Anstellung im Grosskonzern? «Der Arbeitsaufwand ist nicht wesentlich anders. Ich bin seit jeher sehr umtriebig und responsiv und besuche nach wie vor regelmässig Veranstaltungen.»
Ein grosser Vorteil sei, jetzt nicht immer vor Ort präsent sein zu müssen und von überall aus arbeiten zu können. Als er Anfang Jahr – auch in seiner Funktion als Vorstandsmitglied der Schweizerisch-Japanischen Gesellschaft – mehrere Wochen in Japan verbrachte, konnte er seiner Beratertätigkeit problemlos von dort aus nachgehen.

Neu gewinnt Satoshi Sugimoto verstärkt Einblicke in verschiedene Branchen und stösst selbst bei potenziellen Kunden ausserhalb des Life Sciences-Bereichs auf Interesse. «Die Selbständigkeit ist das Beste, was mir passieren konnte. Es macht mir richtig Spass, und ich kann mir gut vorstellen, noch länger als bis 65 zu arbeiten», schwärmt er.

Text: Kathrin Cuomo-Sachsse; Fotos: Manu Field, Satoshi Sugimoto, Business Parc und startup baselland