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20. Juni 2017

Smarte Tipps für eine gute Gesprächskultur

Sabine Hänni, Inhaberin von smart ahead, schilderte am kmu-Dienstag vom 6. Juni, wie sich wertschätzende Kommunikation im Geschäft einsetzen lässt, um den Teamgeist zu stärken und eine angenehme sowie leistungsfördernde Arbeitsatmosphäre zu schaffen.

«Eine wertschätzende Grundhaltung bildet die Basis für eine gelingende Zusammenarbeit». Was auf ihrer Website steht, macht sich Sabine Hänni, Coach, Supervisorin und Organisationsberaterin bso zum Credo: Ins Zentrum ihrer Beratung stellt sie den Menschen. «Ein guter Umgang zwischen der Führungskraft und den Mitarbeitenden ist für den Unternehmenserfolg entscheidend.» Sie weiss, wovon sie spricht. Viele gute und gegenteilige Beispiele habe sie in ihrer Laufbahn schon erlebt. Hier möchte die Inhaberin der smart ahead gmbh Firmen mit gezieltem Coaching und teambildenden Workshops unterstützen. 

Eine leistungsfördernde Atmosphäre schaffen
Am kmu-Dienstag erfuhren die 20 Teilnehmer, wie sie wertschätzende Kommunikation einsetzen können, um eine gute und leistungsfördernde Arbeitsatmosphäre zu schaffen.Hänni schilderte dazu anhand eines Kreislaufs vier Prozessschritte, die sie am Flipchart visualisierte:

  • Begegnung: Mit einer lockeren Einstiegsfrage etwa «Wie waren die Ferien? Wie geht es dem Hund?» wird eine Atmosphäre geschaffen, bei der die andere Person wahrgenommen und sichtbar wird.
  • Transparenz: Hier wird Licht ins Dunkel gebracht und der Rahmen thematisch abgesteckt: «Warum sind wir zum Gespräch da? Was wollen wir gemeinsam erreichen?»
  • Beratung: Alle Beteiligten bringen sich ein, tauschen sich aus.
  • Entscheid: Jetzt muss es vorwärtsgehen: «Wir legen uns fest.»

Hänni betonte, dass es wichtig sei, alle Schritte einzuhalten: «Verlaufen die Prozesse nur zwischen Begegnung und Beratung, kommt es nicht zu einem Entscheid.» Umgekehrt sei es auch nicht ideal, von der Transparenz-Phase direkt zum Entscheid überzuspringen und so «wertvolle Informationen unerfahren bleiben».

Von einer anderen Seite kennenlernen
«Für die informelle Kommunikation eignen sich beispielweise Café-Ecken, wo sich oft spontan gute Gespräche entwickeln», lautete ein Tipp an die Teilnehmer. Oder z.B. einmal im Jahr zusammen essen gehen, helfe dabei, die KollegInnen und die Führungskraft auf einer persönlichen Ebene kennenzulernen. Und indem in der Einstiegsrunde jeder Gesprächsteilnehmer drankomme, bevor die einzelnen Traktanden behandelt würden, entstehe eine entspannende Atmosphäre.

Doch auch etwas Struktur gehöre dazu. So empfiehlt Hänni für den ebenso wichtigen formellen Teil, beispielweise wöchentliche Team-Sitzungen an fixen Tagen abzuhalten. Schliesslich dienten jährliche Mitarbeitergespräche einer beidseitigen Standorteinschätzung. «Sie dürfen in keinem Fall weggelassen werden, nur weil der Angestellte schon so lange in der Firma tätig ist und angeblich kein Gespräch wünscht», bekräftigte Hänni. Im Gegenteil biete sich damit eine Chance, diesen für seine wertvolle langjährige Mitarbeit zu loben und zu ermuntern, sich weiterzuentwickeln.
«Relevante Themen aufzuschreiben, nicht nur weil viel läuft, sondern auch um bei Bedarf konkrete Situationen nennen zu können», riet Hänni weiter.

Kultur der Offenheit pflegen
Am kmu-Dienstag, der für einmal keine harten Fakten thematisierte, interessierten sich die Teilnehmer unter anderem für Fragen zum «geeigneten» Führungsstil, welche Rolle Empathie in der teamfördernden Kommunikation spielt oder inwieweit man authentisch bleiben soll. «Eine Kultur der Offenheit zu pflegen und die Belegschaft selbst bei Bad News immer zu informieren», appellierte Hänni an die anwesenden Führungspersonen. Kathrin Cuomo-Sachsse