Startup-Story

Von der Fahrschule zur Webagentur

Aus Spass wurde Ernst: seit dem 1. Oktober hat die Webagentur Forster ihren Sitz im BusinessParc. Firmeninhaber- und Gründer Thomas Forster (42) fühlt sich wohl und lobt die überaus angenehme und auch familiäre Atmosphäre.

Aber der Reihe nach. Bis vor wenigen Monaten war Forster Inhaber einer Fahrschule, Webdesign und Onlinemarketing bot er zwar seit rund 10 Jahren nebenberuflich an. Nun drehte er quasi den Spiess um, wobei das Thema Fahrschule mittlerweile abgeschlossen ist.

Nach der Weiterbildung zum diplomierten Digital Marketing Manager machte er seine einstige „Nebenbei-Leidenschaft“ zum Hauptberuf. Mit den Jahren fand er an Webdesign und Onlinemarketing immer mehr Gefallen und es bildete sich ein kleiner, aber feiner Kundenstamm.

Ende letzten Jahres wuchs dann die Idee, eine eigene Webagentur zu gründen. Zum Angebot gehören auch die Zauberwörter „Suchmaschinen-Optimierung“, Suchmaschinen-Werbung, Content-Marketing oder den «Dschungel» der Google-Welt und von Social Media. «Da die Anzahl der Aufträge und auch deren Umfang weiter zunahm, beschloss ich im Frühling 2022, die Fahrschule zu verkaufen und mich mit meiner neuen Webagentur selbständig zu machen», erzählt Thomas Forster.

Günstig, aber nicht billig

Sein Zielpublikum definiert der Familienvater mit den kleinen bis mittleren KMUs sowie neu gegründeten Unternehmen. Bekanntlich verfügen gerade Firmen dieser Art in aller Regel nicht über ein wirklich grosses Marketingsbudget und sind stets dankbar für professionelle Hilfe.

Und genau dort sieht Thomas Forster die für ihn passende Lücke. «Ich arbeite sehr kostenbewusst und bin eher günstig, aber nicht billig», bringt er es treffend auf den Punkt. Ihm liegen die Professionalität sowie die Kundenzufriedenheit sehr am Herzen und er möchte seinen Kunden helfen und somit die Chance bieten, sich am Markt etablieren zu können. Und dank seines Wissens kann er – als Trumph – alles aus einer Hand anbieten und der Kunde benötigt nicht mehrere entsprechende Spezialisten.

Bis jetzt läuft es richtig prima, aber es darf schon noch etwas mehr sein. Thomas Forster wünscht sich «weitere grossartige Kunden», hat aber gleichzeitig feststellen müssen, dass er als Ein-Mann-Unternehmen relativ rasch an Kapazitätsgrenzen stösst. Aktuell sind drei bis vier Aufträge gleichzeitig möglich – mehr nicht. Das will und muss er im Auge behalten, schliesslich darf die Qualität garantiert nicht leiden. Sollte die Anzahl Aufträge weiter zunehmen, kann sich Thomas Forster sehr gut vorstellen, jemanden anzustellen und somit den nächsten, bereits angedachten Schritt zu machen.

Soweit ist es zwar noch nicht – aber nach dem gelungenen Auftakt und gewiss auch dank dem positiven Umfeld im BusinessParc ist Forster der Erfolg und der Durchbruch nicht nur zuzutrauen, sondern vor allem auch zu wünschen. Als nächsten Meilenstein sieht er die Bekanntmachung seiner Webagentur für seine primäre Zielgruppe in den beiden Basler Halbkantonen. Auf geht’s und viel Glück!

Webagentur Forster
Christoph Merian-Ring 11
4153 Reinach
Tel. 079 722 18 49

Im Dienst der SeniorInnen

Die Gesundheitsfachfrau und Unternehmerin ist mit Leib und Seele im Einsatz. Bei der Firmengründung wurde sie vom Business Parc gecoacht. Dort hat sie mit Ihrem Team ihre Schaltzentrale. Die Gesundheitsfachfrau und Unternehmerin ist mit Leib und Seele im Einsatz. Bei der Firmengründung wurde sie vom Business Parc gecoacht. Dort ist ihre Schaltzentrale.

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Neues auf Bestehendem aufbauen

Was erwartet Sie in Ihrer neuen Funktion, und wie leben Sie sich ein?
Jessica Friess: Meine Einführungszeit hier erlebe ich als sehr intensiven und spannenden Prozess. Dabei werde ich durch Gerda Massüger und Melchior Buchs sowie durch das gesamte Team tatkräftig unterstützt. Meine beiden Vorgänger haben den Business Parc aufgebaut bzw. beständig weiterentwickelt. In den über 20 Jahren seines Bestehens hat er sich als Inkubator und Kompetenzzentrum für Start-ups und Scale-ups etabliert und wurde mit mehr als 650 geschaffenen Arbeitsplätzen zum Trendsetter in der Region.

Das Geschäftsmodell, das auf den vier Standbeinen

  1. Gründungsberatung
  2. Coaching nach dem Start
  3. Raumvermietung und
  4. Services

beruht, hat sich bewährt. Seit 2007 haben gegen 1500 Erst- und Businessplan-Beratungen stattgefunden und wurden über 1000 Firmengründungen erfolgreich begleitet. Das bisher Erreichte bietet eine hervorragende Grundlage für die Weiterentwicklung des Leistungsangebots mit dem Ziel, Jungunternehmen in die wirtschaftliche Unabhängigkeit und in den weiteren «Lebenszyklen» wie Wachstum, Nachfolgeplanung und anderen konstruktiv zu begleiten.

Worauf werden Sie sich künftig fokussieren?
Zurzeit gilt es, die Erweiterung am neuen Standort in Liestal voranzutreiben. Hier stehen auf einer Gesamtfläche von 220 m2 ab 12 m2 grosse Büros bereit, um Gründern und Jungfirmen genügend Raum für ihre Aufbauarbeit zu geben. Inbegriffen im Mietangebot ist ein gemeinsames Besprechungszimmer, eine gemeinsame Küche, Office Equipment, Parkplätze sowie Anbindung an das interne Netzwerk des Business Parc Reinach. Die Nähe zum Bahnhof Liestal rundet den Standort in der Kantonshauptstadt ab.

Ein weiteres Augenmerk gilt der Nutzung und Weiterentwicklung des bestehenden Netzwerkes. Von IT, Beratungsdienstleistern, Logistik, Unternehmen aus dem Bereich Messtechnik bis hin zu Anbietern aus Bau-/Immobilien sowie Handel & Gewerbe sind unter den heute 85 Business Parc-Mitgliedern die unterschiedlichsten Branchen vertreten. Entsprechend gross ist das Potential für Austausch und Vernetzung. Es gibt erfolgreiche Beispiele von Unternehmen, die sich entlang der Wertschöpfungskette gegenseitig unterstützen.

Hier möchte ich ansetzen und den Clustering-Gedanken gezielt ausbauen. Zukunftsträchtige Bereiche sind unter dem Oberbegriff «Circular Economy» mit dem Ziel des Erhalts der Umwelt zu finden. Themen sind z.B. Wasser- und Abwasserreinigung, Kreislaufwirtschaft mit Rohstoffrückgewinnung und Abfallvermeidung, Dekarbonisierung der Industrie und Mobilität oder CO2-Reduktion durch nachhaltige innovative Technologien.

Sie bringen als erfolgreiche Gründerin unternehmerische Erfahrung gerade in den erwähnten Bereichen mit. Wie möchten Sie Ihre Kenntnisse und Beziehungen im Business Parc einsetzen?
(Mit-)Gründerin von drei Schweizer Unternehmen sowie eines Joint Venture im Bereich erneuerbarer Energien in Beijing bin ich mit den Herausforderungen der Selbstständigkeit vertraut. Ich freue mich darauf, einerseits die heutigen und künftigen Mitglieder des Business Parcs in Fragen des Firmenaufbaus und des Upscalings nach erfolgreichem Markteintritt als Coach zu unterstützen.

Andererseits werde ich meine Erfahrungen und Verbindungen für den Ausbau des internen Netzwerkes einsetzen – dies unter Einbezug des bisherigen IT-Schwerpunktes und erweitert um Technologien aus dem Bereich Circular Economy.

Interview: Kathrin Cuomo-Sachsse, Kommunikation Business Parc
Mehr Infos zu Jessica Friess im Porträt unter «Team»

Auf dem Banner-Foto oben wird Jessica Friess von regioTVplus («Sag’s em Dani» Wittlin, rechts) interviewt.

Markterfolg mit der richtigen Marke

Katrin Adler plante mit ihrem Bildungsunternehmen Time2Change, ein neues Assessment-Instrument direkt unter dem Namen «Resilienz-Check» herauszubringen. Auch Ilkay Cagsar hatte eine innovative Geschäftsidee: Er wollte hochwertiger Öle aus der Türkei in der Schweiz und in anderen Ländern als Namensmarke «Oilina Cagsar» vertreiben.

«Bevor man ein Produkt bzw. eine Dienstleistung lanciert, sollte man die Marke vor dem Eintrag beim Eidgenössischen Institut für Geistiges Eigentum (IGE) auf ihre Unterscheidungs- bzw. Eintragungsfähigkeit checken lassen. Ziel ist, diese als Namen, Bildzeichen (Graphik/Logo) oder Wortbild-Kombination so zu gestalten, dass sie einzigartig ist und gut geschützt werden kann», erklärt Stefanie Dolder.

«So kann man bereits mit der Namensgebung die Rechte eines Dritten verletzen und dieser klagt dich ein. Oder du baust etwas Eigenes auf, steckst viel Mühe ins Marketing; jemand Anders kopiert oder imitiert deine Marke und profitiert so vom guten Ruf deiner Firma oder beschädigt diesen gar.» Wer nicht geschützt ist und sich dennoch wehren wolle, müsse den «Konkurrenten» wegen unlauterem Wettbewerb zivilrechtlich einklagen, warnt die erfahrene Markenexpertin. Und wenn sich beide Parteien nicht einigen, kann das sehr teuer werden. «Dann ist alles, was man in den Aufbau der Marke gesteckt hat, null und nichtig», schildert die Inhaberin von scd-dasmarkenrecht die möglichen Risiken.

In Aufbau und Schutz einer Marke investieren
So oder so: Um einen Flurschaden von Beginn an zu vermeiden, rät sie Startups und Branding-Spezialisten bzw. Designern, die rechtzeitige Einschaltung eines Experten. Da sie schon oft mitbekommen hat, was alles passieren kann, ist ihr dies mittlerweile ein persönliches Anliegen: «Wie beim Hausbau braucht es für einen professionellen Marktauftritt ein absolut sauberes Fundament».

Dabei gibt es einige Regeln zu beachten und Fallstricke zu umgehen. Katrin Alder wusste zum Beispiel nicht, dass die Marke nie das Produkt dahinter beschreiben darf und deshalb der Begriff «Resilienz-Check» per se nicht geschützt werden kann: «Hätte ich geahnt, wie komplex und aufwändig dieser Prozess ist, hätte ich Stefanie Dolder schon früher einbezogen.» Diese half ihr bei der Erarbeitung eines hieb- und stichfesten Logos. Auch Ilkay Cagsar ergänzte seinen Produktnamen mit einem Logo und staunte, wie viele Kleinigkeiten zum Schutz der Marke zu beachten sind. Stefanie Dolder entwickelte mit ihm die schrittweise Umsetzung einer internationalen Marken-Strategie. Und Business Parc-Mitglied Manuel Heiz, der mit seiner Firma Perfosan eine ganze Palette von Pflege- und Gesundheits-Produkten vertreibt, hat ihr die gesamte Bewirtschaftung neuer Marken übertragen – von der Registrierung bis zur permanenten Überwachung (siehe Kasten unten/Link).

Einstiegsberatung für JungunternehmerInnen
Stefanie Dolder bietet JungunternehmerInnen eine vergünstigte Einstiegsberatung an. Sie betreut Startups und renommierte KMU über alle Branchen hinweg. Dies beginnt mit der Abklärung, ob die Marke rechtlich überhaupt schützbar ist. Anschliessend recherchiert sie, wie diese konkret aussieht, in welchen Märkten der Kunde wie damit auftreten will und wo sie überall geschützt werden soll. Um identische oder ähnliche Marken zum vornerein auszuschliessen, checkt sie (inter)nationale Datenbanken. Wichtig ist auch zu wissen, wer die Mitbewerber sind und was diese absichern. Weiter teilt sie der Marke die passende Waren- und Dienstleistungsklasse(n) des Produkts zu und lässt diese beim IGE registrieren, wo sie zehn Jahre fix eingetragen ist.

Im Nachgang initiiert Stefanie Dolder die Markenüberwachung, die über Datenbanken automatisiert werden kann. Hier erhält der Kunde (entsprechend der definierten Kriterien) bei Kollisions-Gefahr einen Alert und kann gemäss der gemeinsam entwickelten Verteidigungsstrategie adäquat reagieren. Hier empfiehlt und offeriert sie, über Mediation und Gespräche mit der Gegenseite eine Einigung zu erzielen statt über lange und teure Gerichtsverfahren.

Mit 50 in die Selbständigkeit
Was führte Stefanie Dolder selbst in die Selbständigkeit? Die auf Marken- und Designrecht spezialisierte Juristin machte mit 50 eine Standortbestimmung. Gute Freunde rieten ihr, ihr grosses Expertenwissen im Markenrecht als Beratungsdienstleistung selbst anzubieten.

Stefanie Dolder überlegte nicht lange und wagte den Sprung in die Selbständigkeit. Sie mietete kurzerhand ein kleines Büro und investierte einzig in eine eigene Website und in die externe Buchhaltung. «Zugute kam mir damals, meine Bereitschaft zu akquirieren und die Fähigkeit, auf Menschen zuzugehen.» Sie besuchte viele Anlässe, darunter internationale Kongresse, und gewann via Mund-zu-Mund-Propaganda erste Kunden. Gerade bei Anfragen zum Markenschutz in Ländern, wo andere Gesetze und Regeln gelten, seien Netzwerke zur Vermittlung dort ansässiger Anwälte und Spezialisten ganz besonders wichtig, betont sie.

Schätzt Service im Business Parc
Ihr Geschäft entwickelte sich so gut, dass sie sich bereits nach dem zweiten Jahr ein eigenes Gehalt ausbezahlen konnte. Seit 2021 hat sie ihren Firmensitz im Business Parc, wo sie die professionelle und herzliche Service-Erbringung und die gute Stimmung besonders schätzt.

Heute, nach zehn Jahren, hat Stefanie Dolder zwischen 300 und 400 Kunden: neue, die sie über Weiterempfehlung gewinnt oder solche, die wiederholt für neue Produkte oder Dienstleistungen mit eigenen Namen ihre Dienste beanspruchen. Dabei ist ihr wichtig, ihre Klienten immer persönlich zu kennen, für jede Problemstellung eine massgeschneiderte Lösung zu entwickeln und sich so von anonymen Online-Anbietern abzuheben.

Bericht: Kathrin Cuomo-Sachsse, Kommunikation Business Parc

Gut geschützt, ist halb gewonnen
Drei Mitglieder aus dem Business Parc berichten von ihren Erfahrungen zum Thema Markenrecht und wie sie dabei von Stefanie Dolder unterstützt wurden:

Manuel Heitz, Inhaber der Firma Perfosan:
Ich vermarkte und vertreibe ausgewählte Gesundheits- und Körperpflegeprodukte in der Schweiz. Dazu gehören Eigen- und Fremdmarken aus dem In- und Ausland (vgl. Startup Story).

Ich habe Stefanie Dolder die Registrierung und Überwachung diverser Markennamen in der Schweiz und Europa übertragen. Sie kümmert sich mittlerweile um mein gesamtes Portfolio. Dazu gehören auch meine eigenen Produkte, drei Marken, denen ich selbst Namen wie zum Beispiel Sanaya oder Lactazym gegeben habe. Diese sind in den Kategorien Nahrungsergänzung/Kosmetik eingetragen und geschützt. Stefanie Dolder hat die Marken in den jeweiligen Klassifikationen beim IGE registrieren lassen und überwacht permanent, dass die Markenrechte nicht durch andere Firmen/Institutionen verletzt werden. Wenn ein Kollisions-Hinweis mit Handlungsbedarf und guten Erfolgschancen eintrifft, bespricht sie das weitere Vorgehen mit mir. So konnte im Fall einer ähnlichen Bezeichnung eine Abgrenzungsvereinbarung getroffen werden, indem die Gegenseite ihr Produkt aus der betreffenden Warenklasse gelöscht hat.»

Katrin Adler, Gründerin und Inhaberin von Time2Change:
«Meine Organisation ist im Bildungssegment tätig (siehe Bericht). Wir haben uns in den letzten Monaten intensiv mit dem Aufbau eines Resilienz-Assessment-Instrumentes, dem Resilienz-Check, auseinandergesetzt. Nach der Namensfindung wurde klar, dass wir diesen Begriff als Marke schützen möchten.

Als Laie wusste ich weder von den Möglichkeiten noch kannte ich den Prozess des Markenschutzes. Eher blauäugig war ich überzeugt, dass der Name «Resilienz-Check» geschützt werden kann und dieser Entscheid kaum Aufwand und Kosten verursacht. Stéfanie Dolder hat mich darüber in Kenntnis gesetzt, dass solche Namen, welche direkt das Produkt/die Dienstleistung dahinter beschreiben, nicht markenrechtlich geschützt werden können. Allenfalls sei der Schutz in Form eines zusätzlichen Logos möglich. Doch mein Favorit war so schlicht umgesetzt, dass es – wie von Stéfanie vorausgesagt – vom IGE abgelehnt wurde. Beim zweiten Versuch wurde dann die Marke endlich als unterscheidungskräftig genug akzeptiert.

Beim nächsten Mal werde ich Stéfanie Dolder viel früher einbeziehen – auch in die Erarbeitung des Logos. Damit wäre viel Arbeit und Zeit gespart. Als Expertin kann sie auch komplexe Fälle super begleiten.»

Ilkay Cagsar, Gründer und CEO von «Oilina Cagsar»:
«Meine Geschäftsidee war der Vertrieb nativer Olivenöle höchster Güteklasse aus der Türkei (siehe Bericht).
Dazu hatte ich einen passenden Markennamen im Kopf. Diesen wollte ich schützen, hatte damals aber keine Ahnung, wie kompliziert das sein kann. Denn man muss auf viele Kleinigkeiten achten, um nicht unnötig Geld auszugeben. Stefanie Dolder hat mir bei der schrittweisen Umsetzung geholfen. Zuerst haben wir versucht, meine Marke in der Schweiz zu schützen. Als alternative Lösung bot sie mir an, wenn der Schutz des Namens allein nicht reichen würde, es in zweiter Instanz zusätzlich mit dem Logo zu versuchen.

Anschliessend haben wir meine Marke in Europa und in für uns relevanten außereuropäischen Ländern geschützt. Man muss immer Prioritäten setzen, welche Märkte man zuerst anpeilt und wo es Probleme geben könnte. Wir wollten meine Marke auch im Kosmetikbereich absichern, bis uns eine große Firma einen Brief schrieb. Stefanie wusste, welche Schritte vorzunehmen sind, ohne Kopfschmerzen zu bekommen (bzw. in ein Widerspruchverfahren) zu geraten und viel Geld zu verlieren. Sie versetzt sich immer in meine Situation, um mit mir zusammen strategisch den richtigen Weg zu gehen. Neben ihrer kompetenten Beratung schätze ich auch den Startup-Sonderpreis für ihre Leistungen.»

Individuell die eigenen Vitalstoffe mixen

Vitamine für die bessere Verdauung und für den Sport, lautet der Plan der 21-jährigen Studentin Nina aus Zürich. Der 38-jährige Unternehmer Leo aus Salzburg setzt auf Mineralstoffe für den Ausgleich und Aminosäuren für die Performance. Die beiden Kunden-Beispiele stehen auf der Website von Indyvit: «Wir sind Rebellen. Unser Wohlbefinden nehmen wir selbst in die Hand», heisst es dort selbstbewusst.

Eine Plattform zu schaffen, über die man selbst die eigenen Vitalstoffe individuell zusammenstellen kann, hat sich Business Parc-Mitglied Philip Bienz auf die Fahne geschrieben. Zusammen mit seinem Geschäftspartner hat der umtriebige Unternehmer das innovative Geschäftsmodell in zwei Jahren entwickelt und umgesetzt. Er ist stolz darauf, mit Indyvit (noch vor der Pharmaindustrie) als Erster eine personalisierte Nahrungsmittelergänzung herzustellen. So ermöglicht es der Konfigurator, «eine Vielzahl hochkomplexer Produktspezifikationen abzubilden und gleichzeitig die intuitive Benutzerführung zu gewährleisten».

Alles in einer Kapsel
«Viele Nahrungsergänzungsmittel bestehen zu über 90 Prozent aus Füllstoffen wie Geschmacksverstärker, Farben und Trennmitteln», betont er und verspricht: «In indyvit steckt dagegen zu 100 Prozent das, was man ausgewählt hat.» Supplements bedeuten für ihn, der in seiner Freizeit surft und dazu zusätzlich viel Energie benötigt, eine wichtige Ergänzung zur gesunden Ernährung. Und statt jeden Vitalstoff einzeln bzw. mehrere Pillen «zu schlucken, konsolidiert man den eigenen Tagesbedarf einfach in einer handlichen Kapsel», wirbt er weiter für seine Produkte.

Mittlerweile können individuelle Mischungen aus rund 30 Vital-, Makro- und Mikronährstoffen sowie pflanzliche Inhalte über den neuen Webshop bestellt werden. Sie bestehen aus «hochwertigen und kontrollierten Rohstoffen (inklusive Analyse-Zertifikat für jeden Inhaltsstoff), lautet das Qualitätsversprechen. Zudem werden die Kapseln im Labor der Schweizer Apotheken- und Drogerie-Kette Apodro von Hand hergestellt und innert 2-3 Tagen geliefert.

Günstiger als importierte Präparate
Seit Start der Betaversion im April sind 350 Bestellungen über die Plattform eingegangen. Das Feedback ist durchwegs positiv. Die Empfänger finden es cool, wenn sie die Dose mit ihrer selbst kreierten Beschriftung/Etikette und die nach Mint, Zitrus oder einem anderen Geschmack duftenden Kapseln auspacken.

Einige Kunden, darunter Sportler, bauen nach, was sie bereits einnehmen, und optimieren bzw. ergänzen die Inhalte. Es gibt welche, für die ist es günstiger, ihre Präparate bei uns zu bestellen als sie beispielsweise über die USA zu importieren», so Bienz. Abgesehen von den Profis, die ihren Bedarf kennen und entsprechend dosieren können: Wie weiss hingegen ein Beginner, wie sich die einzelnen Komponenten abgestimmt auf die jeweiligen Zielvorstellungen ohne medizinische Beratung optimal zusammenstellen lassen? Und können täglich mehrere Inhaltsstoffe, die verschiedene Bereiche (wie Gesund-/Schönheit, Ernährung, Sport etc.) abdecken, unbedenklich und konfliktfrei, das heisst ohne schädigende Nebenwirkungen konsumiert werden?

Basis-Mischung oder Experten-Mixtur
Wer sich noch nicht so auskennt, kann im Webshop auf die jeweilige Basis-Mischung zugreifen, die bewährten Mixturen aus den Apotheken entspricht, wohingegen Profis ihre Kapselinhalte im «Experte-Modus» zusammenstellen. Der Benutzer wird zudem im Beipackzettel zur Dose angeleitet sowie mit gezielten Informationen zur gesundheitlichen Wirkung der Vitamine (Minimal- und Maximalmenge) auf der Website begleitet. Regelmässig publiziert und postet das Indyvit-Team Blog-Beiträge mit Beispielen zu diversen Themen wie z.B. Abnehmen, Immun, Vor dem Sport, Nach dem Sport, Hangover etc..

«Mit Apodro als Partner werden die Kapseln von einem Drogisten befüllt und stehen ausgewiesene Apotheker als Experten zur Seite. Eine persönliche Beratung bieten wir allerdings nicht an», betont Bienz: «Unser Ziel ist, die Kunden so weit zu befähigen, dass sie ihren Kapsel-Konsum selbst managen können.»

Überdosis ausgeschlossen
Vertrauen diese darauf, dass alles in der Kapsel drin ist, was sie bestellt haben? «Die Empfänger verlassen sich auf das Schweizer Gesundheitssystem, das für Qualität und Sicherheit steht. Unsere Produkte unterstehen dem hiesigen Lebensmittel- und Heilmittelgesetz, an dessen Vorschriften wir uns natürlich strikt halten. Alle Vitalstoffe sind auf die maximale Tagesdosis laut Bundesamt für Gesundheit (BAG) beschränkt und können sicher miteinander kombiniert werden. Problematische Zusammenstellungen lässt der Konfigurator gar nicht erst zu bzw. erscheinen auf der Bildfläche Warnhinweise», schliesst Bienz damit eine mögliche Überdosierung zum vornerein aus.

Die Supplement-Branche demokratisieren
Bienz weiss, dass er mit seiner Plattform Neuland betritt. Am liebsten möchte er damit die Supplement-Branche revolutionieren. Doch dies in kleinen Schritten. Zunächst läuft die Testversion bis Ende Jahr. (Darin sind bereits erste wichtige Inputs von AnwenderInnen verarbeitet.) Als nächstes stehen die technische und inhaltliche Verfeinerung der Plattform an. U.a. feilt das Indyvit-E-Commerce-Team an der Suchwortoptimierung der Website, um die Zahl der Zugriffe, die momentan bei 300 liegt, zu erhöhen. Pro Monat peilt der ausgebildete Betriebswirt 500 Bestellungen an. Dazu werden laufend die Marketing-Massnahmen verstärkt. Für November ist eine Kampagne mit Influencern geplant. Laufend sollen neue Produkte lanciert und irgendwann auch andere Märkte bedient werden. Doch zuerst möchte man die weitere Entwicklung abwarten.

Sympathischer Service im Business Parc
Bei den Inhalten der Website und Wahl der Firmenform wurde er vom Business Parc beraten, wo Indyvit ihren Sitz hat. Hier nutzt er bereits als externes Mitglied die Infrastruktur und Sitzungszimmer für Strategie-Besprechungen und schätzt besonders den sympathischen Service am Empfang.

Indyvit beschäftigte neben Bienz noch zwei Vollzeitangestellte und sieben Freelancer. «Wir arbeiten mit bescheidenen Mitteln und freuen uns, als Nobody schon so weit gekommen zu sein.» Als gestandener Unternehmer hat Bienz bereits mehrere Firmen gegründet, u.a. hat der zweifache Vater in Nicaragua, wo er mit seiner Schweizer Frau 12 Jahre gelebt hat, ein Hotel aufgebaut. Doch mit der E-Commerce-Firma begegnet er neuen Herausforderungen. «Das ist ein anderes Arbeiten und Kommunizieren als im klassischen Geschäft.» Sein Vorteil: Teils in Portugal wohnhaft, kann er auch bequem virtuell/online von dort aus agieren…

Bericht: Kathrin Cuomo-Sachsse, Kommunikation Business Parc; Fotos: Indyvit